12.05.2022 Branche

Zurich wohl vor Run-off der Lebensversicherungen

Dass sich die Zurich von ihrem Lebensversicherungsbestand trennen will, ist schon länger bekannt. Nach Medienberichten sollen die Verhandlungen mit der Viridium-Gruppe jetzt unmittelbar vor dem Abschluss stehen.

In der deutschen Zurich-Zentrale in Köln soll man sich von Altbeständen der Lebensversicherungssparte trennen, weil sie zu viele finanzielle Kapazitäten binden. (Foto: Ingo Fischer)
In der deutschen Zurich-Zentrale in Köln soll man sich von Altbeständen der Lebensversicherungssparte trennen, weil sie zu viele finanzielle Kapazitäten binden.
(Foto: Ingo Fischer)

Die Zurich Deutschland steht kurz vor dem Verkauf eines Altbestandes an klassischen Lebensversicherungen an den Run-off-Spezialisten Viridium. Dabei soll es um ein Volumen von 20 Milliarden Euro gehen. Der US-Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge steht eine Entscheidung unmittelbar bevor. Angeblich würde der sogenannte Run-off der Zurich Insurance Group rund 500 Millionen Euro einbringen. Allerdings fehle noch die Unterschrift unter der Vereinbarung und auch die Aufsichtsbehörde BaFin habe dem Deal noch nicht zugestimmt. 

Kostenvorteile für Bestandsmanager


 
Bereits seit ein paar Jahren konzentriert sich die Zurich auf den Bereich Fondspolicen. Der Altbestand an klassischen Policen, die mit zum Teil beträchtlichen Zinsgarantien unterlegt sind, stellt für die Versicherer einen hohen Aufwand dar. Bestandsmanager wie die Viridium-Gruppe, die oftmals mit Private-Equity-Kapital finanziert sind, sehen in der Übernahme ein Geschäftsmodell, weil sie durch standardisierte Prozesse und die große Zahl von verwalteten Policen Kostenvorteile erzielen können. Wesentlicher Unterschied zum „klassischen“ Lebensversicherungsunternehmen: Sie betreiben kein Neugeschäft, sondern konzentrieren sich ausschließlich auf das effiziente Management der bestehenden Vertragsbestände.

Run-offs liegen weiter im Trend

Insgesamt geht es laut der Medienberichte bei dem möglichen Zurich-Run-off um bis zu 800.000 Verträge. Damit wäre der Deal der größte externe Run-off seit 2018, als die Generali ihren Leben-Bestand ebenfalls an Viridium verkaufte. Der Deal sorgte damals für großen Protest, auch innerhalb der Branche. Mittlerweile scheint die Angst vor negativer Presse nicht mehr so schwer zu wiegen. Viridium ist seit Jahren in diesem Bereich tätig und verweist auf gute Zahlen, von denen auch die Lebensversicherungskunden profitierten würden. „Die Rechte der Versicherten bleiben uneingeschränkt über die gesamte Laufzeit im vollen vereinbarten Umfang erhalten“, betont das Unternehmen, hinter dem u.a. das US-Investmentunternehmen Cinven steckt.

Derzeit kommen der Abwicklungsspezialist aus Neu-Isenburg auf knapp vier Millionen Verträge und eine Anlagevolumen von rund 70 Milliarden Euro. Auch andere Versicherer sollen einen externen Run-off ins Auge fassen. So verhandelt die Axa dem Vernehmen nach mit Athora, um ihre deutschen Leben-Altbestände loszuwerden.


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