Kolumne 23.04.2026 Vermittlerwelt

Generation Alpha schon im Blick

Die Kunden von morgen werden so stark durch die Digitalisierung geprägt wie keine andere Altersgruppe vor ihnen. Das hat Konsequenzen für Ansprache und Beratung im Versicherungsgeschäft. Maklerinnen und Makler müssen heute schon umdenken, um morgen überleben zu können, prophezeit unser Autor Bastian Kunkel.

Bastian Kunkel ist Gründer der Marke „Versicherungen mit Kopf“ und betreibt die größten unabhängigen Versicherungskanäle in Deutschland auf YouTube, Instagram und TikTok mit über 950.000 Followern. Sein Unternehmen, die VMK Versicherungsmakler GmbH, bietet deutschlandweit Online-Beratungen an. Die Kundenzufriedenheit ist hoch: Auf Google erzielt VMK über 1600 Fünf-Sterne-Bewertungen – und gehört damit zu den am besten bewerteten Versicherungsmaklern. Bastian Kunkel ist gelernter Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, Finanzfachwirt, Jungmakler-Award-Gewinner 2017, Bildungspreisträger 2018 und Spiegel-Bestseller-Autor. (Foto: Artur Derr)
Bastian Kunkel ist Gründer der Marke „Versicherungen mit Kopf“ und betreibt die größten unabhängigen Versicherungskanäle in Deutschland auf YouTube, Instagram und TikTok mit über 950.000 Followern. Sein Unternehmen, die VMK Versicherungsmakler GmbH, bietet deutschlandweit Online-Beratungen an. Die Kundenzufriedenheit ist hoch: Auf Google erzielt VMK über 1600 Fünf-Sterne-Bewertungen – und gehört damit zu den am besten bewerteten Versicherungsmaklern. Bastian Kunkel ist gelernter Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, Finanzfachwirt, Jungmakler-Award-Gewinner 2017, Bildungspreisträger 2018 und Spiegel-Bestseller-Autor.
(Foto: Artur Derr)

Viele Vermittler machen beim Thema Generation Alpha denselben Fehler: Sie winken ab. Noch Kinder. Noch kein Geschäft. Noch weit weg. Klingt logisch. Ist aber genau die Haltung, mit der man später den Anschluss verliert.

Ein neuer Typus Kunde

 

Die Kunden von morgen mögen vielleicht erst in einigen Jahren eine Versicherung oder einen Altersvorsorgevertrag  abschließen. Sie wachsen aber in einer Welt auf, in der Dinge zunehmend digitaler und besser funktionieren – ohne Warteschleife, Papierkram oder unnötige Umwege. Wer so sozialisiert wird, hat später wenig Lust auf langsame Prozesse, Rückfragen ohne Ende und unverständliches Versicherungskauderwelsch. Die Generation Alpha erlebt Digitalisierung nicht als Fortschritt, sondern als Standard. Genau das wird später auch ihre Erwartung an unsere Branche sein. Nicht kompliziert. Nicht zäh. Nicht anstrengend. Sondern klar, einfach und relevant.

Beratung wird neu definiert

 

Verstehen Sie mich nicht falsch: Beratung wird nicht unwichtiger – aber sie wird anders bewertet. Nicht danach, wer am längsten redet oder die meisten Fachbegriffe draufhat. Sondern danach, wer Orientierung gibt und Komplexität verständlich macht. Wer das kann, wird gewinnen.

Generation Alpha vergleicht dich nicht mit dem Makler im Nachbarort. Sondern mit Amazon, Apple, Netflix oder Spotify.

Bastian Kunkel, CEO von VMK Versicherungsmakler

Wer heute noch glaubt, ein PDF-Antrag und eine Antwort nach drei Tagen seien ein normaler Kundenprozess, hat die Entwicklung nicht verstanden. In der Praxis sehe ich oft genau das: nach außen modern, intern aber immer noch Prozesse wie vor 15 Jahren. Schöne Website, Online-Terminbuchung, vielleicht noch ein paar digitale Schlagworte – und dahinter unnötig komplizierte Abläufe. Intern kann man sich das schönreden. Dem Kunden ist das egal. Der empfindet es zurecht als nervig.

Die Konkurrenz aus dem Netz

 

Der nächste Denkfehler: Viele Vermittler vergleichen sich immer noch mit anderen Vermittlern. Genau das wird später egal sein. Generation Alpha vergleicht dich nicht mit dem Makler im Nachbarort. Sondern mit Amazon, Apple, Netflix oder Spotify. Also mit Systemen, die intuitiv funktionieren, schnell reagieren und klar kommunizieren.
Natürlich schließt heute kein Achtjähriger eine BU online bei dir ab. Darum geht es auch nicht. Es geht darum, ob dein Unternehmen heute schon zu der Lebensrealität passt, in der diese Zielgruppe groß wird. Aus unserer Beratungspraxis bei Versicherungen mit Kopf wissen wir: Gerade Familien, die digital unterwegs sind, erwarten heute schon eine Beratung, die schnell, klar und online funktioniert. Und genau diese Erwartung wird die Generation Alpha später nicht nur mitbringen – sie wird sie als selbstverständlich voraussetzen.

Heute die Probleme von morgen lösen

 

Mach‘ deine Beratung zukunftsfest! Die Lösung ist dabei nicht, plötzlich Jugendsprech zu imitieren oder jedem Trend hinterherzulaufen. Bitte nicht. Es geht nicht darum, cool zu wirken. Es geht darum, relevant zu bleiben. Und das schaffst du mit verständlicher Sprache, schlanken Prozessen, guter digitaler Erreichbarkeit und einer Beratung, die sich dem Alltag des Kunden anpasst.
Mein Punkt ist simpel: Warte nicht, bis die Generation Alpha erwachsen ist – aber nutze deine künftige Zielgruppe jetzt schon als Maßstab. Schau auf deine Prozesse, deine Sprache und deine Erreichbarkeit. Und frag dich ganz ehrlich: Würde eine Generation, die mit maximaler digitaler Selbstverständlichkeit aufwächst, dein Unternehmen später als hilfreich empfinden – oder einfach als unnötig kompliziert? Wer darauf heute keine gute Antwort hat, bekommt morgen ein Problem.

Fazit

Im Versicherungsvertrieb hat die Zukunft der Beratung längst begonnen – viele Vermittlerinnen und Vermittler haben das aber noch nicht verinnerlicht. Die Generation Alpha wird mittel- und langfristig das Geschäft bestimmen. Wer in dieser Zielgruppe, die heute noch in ihren Kinderschuhen steckt, morgen relevant sein möchte, kann sich nicht mehr auf alte Gewissheiten verlassen. Die neuen Kundinnen und Kunden wachsen mit maximaler digitaler Selbstverständlichkeit auf. Nur wer die für die Generation Alpha passenden Prozesse bietet und nicht unnötig kompliziert agiert, wird als Partner auf Augenhöhe akzeptiert.


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