18.09.2020 Branche

Corona sorgt für Hundeboom – und Versicherungsbedarf

Vierbeiner als Ersatz-Kollegen: In Zeiten von Homeoffice legen sich immer mehr Arbeitnehmer einen Hund zu. Tierhaftpflicht- und Tierkrankenversicherer profitieren.

Entspannter Beobachter statt kritischer Chef – Hunde im Homeoffice sind der neueste Trend (Foto: Lum3n/Pexels)
Entspannter Beobachter statt kritischer Chef – Hunde im Homeoffice sind der neueste Trend
(Foto: Lum3n/Pexels)

Corona macht's möglich: Viele Arbeitnehmer nutzen die Zeit im Homeoffice und legen sich einen Hund zu.
Laut Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ist die Nachfrage nach Welpen zuletzt deutlich gestiegen, insbesondere bei beliebten Rassen. „Einzelne Golden-Retriever-Züchter berichten von mehr als 120 Anfragen für einen einzelnen Wurf".

Versicherungspflicht ist Ländersache

 

Mit dem Hundeboom steigt auch der Bedarf nach Versicherungsschutz für den Vierbeiner. „Im Juni, Juli und August war die Nachfrage nach Hundehaftpflichtversicherungen rund 30 Prozent höher als im vergangenen Jahr”, sagt Benny Barthelmann, Haftpflichtexperte bei der R+V Versicherung.

Die Hundehaftpflichtversicherung ist in einigen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben. In Hessen und Rheinland-Pfalz etwa gilt sie nur für als gefährlich eingestufte Tiere. In anderen Bundesländern wie Berlin, Hamburg oder Niedersachsen müssen alle Hundebesitzer ihre Vierbeiner absichern. Ob vorgeschrieben oder nicht – für Barthelmann ist diese Versicherung in jedem Fall sinnvoll: „Wenn der Hund beispielsweise auf die Straße rennt und es zu einem Unfall kommt, muss der Besitzer mit seinem gesamten Vermögen für den Schaden aufkommen – und zwar in unbegrenzter Höhe. Die Hundehaftpflichtversicherung schützt den Tierhalter vor dem finanziellen Ruin.” Eine private Haftpflichtversicherung reicht hier nicht aus, sie deckt meist nur Schäden durch Kleintiere wie Katzen oder Kaninchen ab.

Größtes Risiko: Hund beißt Hund

 

„Am häufigsten wird unsere Haftpflichtversicherung in Anspruch genommen, weil ein Hund einen anderen angreift”, berichtet der Experte. Da die Schuldfrage dann meist unklar ist, werden die Kosten in der Regel aufgeteilt. „Es kommt aber auch immer wieder vor, dass ein Hund auf die Straße rennt oder andere Menschen verletzt”, so Barthelmann. In diesen Fällen kommen auf den Tierhalter schnell Kosten von mehreren tausend Euro zu.

Dass sich immer mehr Tierfreunde einen Hund anschaffen, beobachtet die R+V noch bei einem weiteren Produkt: bei der Operationskostenversicherung für Hunde. Im ersten Halbjahr 2020 habt sich die Zahl der Abschlüsse im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Anbieter mit Fairnessgarantie

 

Ob Haftpflicht oder Krankenschutz: Die Auswahl an Policenanbietern ist groß. Erst kürzlich haben FOCUS-MONEY und FOCUS-MONEY-Versicherungsprofi eine große Kundenbefragung durchgeführt und die Fairness von Tierhalterhaftpfllichtversicherungen und Tier-Krankenversicherer ermittelt.

 


Weitere Artikel

Listing

23.07.2021 Branche

Studie: Versicherer investieren verstärkt in Immobilien

Die Immobilienquote der deutschen Versicherer hat ein historisches Hoch erreicht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens EY.

> weiterlesen
Listing

19.07.2021 Branche

Kommt jetzt die Versicherungs­pflicht gegen Elementar­schäden?

Lange war es ein Tabu-Thema. Angesichts der verheerenden finanziellen Folgen der aktuellen Unwetterkatastrophe werden Forderungen nach einer obligatorischen Elementar­schaden­versicherung nun aber wieder laut. Doch auch wegen der hohen Kosten für Verbraucher findet die Idee nicht nur Zustimmung.

> weiterlesen
Listing

16.07.2021 Branche

Tief „Bernd“ und die elementaren Lücken

Die aktuelle Unwetterserie verursacht in den betroffenen Regionen menschliches Leid und Schäden in Rekordhöhe. Nach Ansicht von Experten werden sich solche Ereignisse künftig häufen. Gleichzeitig mangelt es vielerorts an ausreichendem Versicherungsschutz.

> weiterlesen