Haftpflicht: zufrieden mit dem Versicherer
Eine private Haftpflichtversicherung schützt vor dem finanziellen Ruin. Welche Anbieter mit ihren Produkten und Leistungen überzeugen.

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Gefahren lauern überall.
Da würde auch der kritischste Verbraucherschützer nicht widersprechen: Die private Haftplichtpolice ist das Fundament jeder Risikoabsicherung und darf in keinem Versicherungsordner fehlen. Sie schützt vor den finanziellen Folgen der gesetzlichen Haftung nach Paragraf 823 BGB – und damit vor Forderungen, die schnell existenzbedrohende Dimensionen erreichen können. „Ohne Haftpflicht sollte niemand aus dem Haus gehen“, sagt Mathias Zunk, Verbraucherexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Im schlimmsten Fall droht der finanzielle Ruin“, so der Fachmann. Denn bei Personenschäden kann es schnell um Millionen gehen.
Leichtsinn, Missgeschick oder Vergesslichkeit: Wer an fremdem Eigentum oder gar Personen einen Schaden verursacht, ist dafür schadenersatzpflichtig – unbegrenzt mit dem gesamten Vermögen und ein Leben lang. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme die Kosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden im privaten Bereich. Weiteres Plus: Versicherte müssen sich nicht mit den Forderungen der Geschädigten auseinandersetzen oder Anwälte einschalten. Das übernimmt ebenfalls der Versicherer. Nicht versichert sind Eigenschäden oder Ansprüche innerhalb einer Versichertengemeinschaft, wie Schmerzensgeldforderungen gegen den Ehepartner nach einem Unfall. Vorsätzlich verursachte Schäden und Straftaten sind ebenfalls nicht gedeckt. Das gilt auch für Geldstrafen oder reine Vertragsverletzungen.
Viel Leistung für kleines Geld.
Moderne Tarife bieten weltweiten Schutz mit einem breiten Leistungskatalog. Dabei sind die Kosten überschaubar – sehr gute Tarife für die ganze Familie gibt es schon für unter 100 Euro pro Jahr. Umso erstaunlicher, dass rund jeder sechste Haushalt auf eine Haftpflichtpolice verzichtet. Deshalb sollte jeder Vertrag eine Forderungsausfalldeckung enthalten. Die greift, wenn der Versicherungsnehmer selbst geschädigt wird, der Verursacher jedoch nicht zahlen kann.
Best-Leistungs- oder Innovationsgarantien stellen sicher, dass Versicherte vom Marktniveau oder künftigen Verbesserungen profitieren. Ein Beispiel hierfür sind Schäden durch unbeabsichtigt übertragene Computerviren, die im Bedingungswerk vieler Altverträge gar nicht auftauchen. Dennoch sollten Vermittler regelmäßig für ihre Kundinnen und Kunden einen Tarif-Check vornehmen.
Das Urteil der Versicherten.
Top Schutz ist das eine, Service, Beratung oder Tarifleistung sind das andere. Ein guter Indikator für Makler ist hier die Gesamtzufriedenheit erfahrener Kunden. Das Kölner Institut ServiceValue hat zusammen mit dem FOCUS MONEY-Versicherungsprofi knapp 3600 Kundenurteile zu 36 Haftpflichtversicherern ausgewertet. Das Ergebnis überzeugt: Mehr als drei von vier Befragten sind mit ihrem Anbieter hochzufrieden.
Gesamtzufriedenheit
Die Basis der Kundenbindung
In der Kundenzufriedenheitsstudie zu Haftpflichtversicherern hat das Kölner Analyseunternehmen ServiceValue nicht nur Aussagen zur Gesamtzufriedenheit abgefragt. Für den langfristigen und nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens sind zufriedene Kunden zwar wichtig – die Kundenzufriedenheit stellt im mathematischen Sinn aber lediglich eine notwendige Bedingung dar. Die hinreichende Bedingung – und damit das „härtere“ und relevantere Kriterium – ist die Kundenbindung. Erst sie gewährleistet, dass der Kunde auch zukünftig seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten wird.

Hier fühlen sich die Kunden gut aufgehoben.
Verbundene Kunden zeichnen sich vor allem durch eine positive emotionale Einstellung gegenüber dem Anbieter, eine hohe Treue und Loyalität sowie eine ausgeprägte Weiterempfehlungsbereitschaft aus.
Die Auswertung zeigt, dass die emotionale Bindung der Versicherungskunden an ihren Anbieter sehr hoch ist. 91 Prozent (2025: 90 Prozent) der Kunden gaben an, sich dort gut aufgehoben zu fühlen („trifft voll und ganz zu“ und „trifft eher zu“). Die besten Bewertungen bekamen HUK 24, WGV und Württembergische. Sehen lassen kann sich auch die durchschnittliche Kundentreue. 87 Prozent (2025: 85 Prozent) aller Befragten signalisierten, dass sie „auch in zwei Jahren noch Kunde“ bei ihrem Versicherer sein werden. Am meisten können sich HUK-Coburg, DEVK und Württembergische auf ihre Kunden verlassen.
Mit der Weiterempfehlung ihres Anbieters an Freunde und Bekannte sind die Kunden zurückhaltender: Wie schon 2025 sind 77 Prozent dazu bereit. Debeka, DEVK und HUK-Coburg profitieren am stärksten von der Mund-zu-Mund-Propaganda. Die größte Herausforderung für jeden Versicherer ist die Loyalität der Kunden. Das gelingt unverändert fast drei von vier Versicherern – 72 Prozent der Befragten halten zu ihrem Anbieter. Die besten Karten haben Württembergische, Arag und Allianz.
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