14.05.2020 Lebensversicherung und Altersvorsorge

Coronakrise: Einkommens­einbußen gehen zu Lasten der Altersvorsorge

Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge: 20 Prozent mit Einkommenseinbußen in Corona-Zeiten. Bei Kürzungen privater Ausgaben steht die Sparrate für Vorsorgeverträge ganz oben.

Viele Anbieter bieten Kulanzlösungen für die Beitragszahlungen an. Doch manch Versicherter kündigt dieser Tage seinen Vertrag, um kurzfristig Kosten zu sparen. (Foto: © vegefoc.com - stock.adobe.com )
Viele Anbieter bieten Kulanzlösungen für die Beitragszahlungen an. Doch manch Versicherter kündigt dieser Tage seinen Vertrag, um kurzfristig Kosten zu sparen.
(Foto: © vegefoc.com - stock.adobe.com )

Von der Coronakrise scheint die Altersvorsorge besonders stark betroffen zu sein. Viele Haushalte kürzten oder strichen ihre Beiträge, wenn sie im März oder April wegen der Coronakrise geringere Einkünfte hatten. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von INSA Consulere hervor, die im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) vor wenigen Tagen durchgeführt worden ist. Danach hatten 20 Prozent der Befragten in den beiden zurückliegenden Monaten weniger Einkommen, weil das Gehalt aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung beziehungsweise die Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit teilweise oder ganz entfallen sind.

Je größer der Haushalt, desto häufiger verzeichneten die Befragten niedrigere Einkünfte. Während nur 17 Prozent der Ein-Personen-Haushalte im März oder April von Einkommenseinbußen betroffen waren, steigt der Anteil kontinuierlich bis auf 28 Prozent bei Haushalten mit vier Personen an. Offenkundig mussten Eltern wegen der häuslichen Betreuung der Kinder Abstriche an der Erwerbstätigkeit machen. Ebenso hatten Teilzeitbeschäftigte deutlich häufiger (31 Prozent) Einkommensminderungen hinzunehmen als Vollzeitbeschäftigte (24 Prozent).

Zahlungen am besten nachholen

 

Von den Befragten, deren Einkünfte niedriger als gewöhnlich waren, mussten acht Prozent ihre Mietzahlungen aufschieben. 13 Prozent ließen Versicherungsverträge beitragsfrei stellen oder kündigten sie sogar. Am häufigsten fiel die Altersvorsorge der schlechteren Einkommenssituation zum Opfer: 19 Prozent kürzten die Sparrate für die Absicherung im Alter oder stellten das Sparen vorerst ganz ein. „Die Altersvorsorge ist offenkundig einer der Posten, die bei einem finanziellen Engpass zuerst in Frage gestellt werden“, erklärte Klaus Morgenstern, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). „Kürzungen bei diesen Verträgen entfalten in aller Regel erst in ferner Zukunft ihre Wirkung und fallen damit leichter.“ Das DIA rät, in solchen Situationen die bestehenden Verträge nicht ganz aufzugeben, sondern allenfalls die Einzahlungen auszusetzen und später nach einer Verbesserung der finanziellen Lage wieder aufzunehmen und am besten die ausgefallenen Raten nachzuholen.


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