04.11.2020 Branche | Produkte

Einfluss von Corona auf die finanzielle Absicherung im Alter eher gering

Repräsentative Umfrage der Canada Life: Rund die Hälfte der Menschen in Deutschland ist angesichts der Coronakrise nicht um ihre private Altersvorsorge besorgt. Jeder Zweite glaubt zudem, dass die Börsenkurse sich nach der Krise wieder erholen werden.

Die Bereitschaft in risikoreichere Produkte zu investieren, um überhaupt noch eine Rendite zu bekommen wächst. Allerdings fehlen vielen die finanziellen Mittel. (Foto: Wilfried Pohnke/Pixabay)
Die Bereitschaft in risikoreichere Produkte zu investieren, um überhaupt noch eine Rendite zu bekommen wächst. Allerdings fehlen vielen die finanziellen Mittel.
(Foto: Wilfried Pohnke/Pixabay)

Wenn es um Corona und die Auswirkungen der Krise auf ihre private Altersvorsorge geht, sind die Menschen in Deutschland tendenziell optimistisch: 52 Prozent geben an, nicht oder eher nicht besorgt zu sein. 24 Prozent sind besorgt, ebenso viele sind in der Frage gespalten. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Canada Life. Die deutsche Niederlassung des Lebensversicherers untersuchte im zweiten Jahr in Folge, wie sich Verbraucher das Leben in der digitalen Gesellschaft von morgen vorstellen. Dabei wurden aus aktuellem Anlass auch Fragen zur Coronakrise aufgenommen. 

Akzeptanz für Aktieninvestments wächst

 

Mit Blick auf die Situation am Aktienmarkt zeigen viele sich eher gelassen: 51 Prozent der Menschen in Deutschland gehen davon aus, dass die Börsenkurse sich wieder erholen werden. Nur zwölf Prozent glauben dies nicht. 37 Prozent sind unentschieden. „Wir stellen fest, dass viele Kunden langfristig denken und die Chancen und Gesetzmäßigkeiten der Altersvorsorge mit Aktien gut verstehen”, sagt Markus Drews, CEO von Canada Life. Es habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass man nicht einfach mal eben schnell fürs Alter vorsorgen kann. Schließlich rede man hier oft über Anlagezeiträume von 30 Jahren oder mehr bis zum Rentenbeginn. Dazu passten fondsgebundene Versicherungen, die auf langfristiges, renditeorientiertes Aktieninvestment setzen. 

Allerdings offenbarten die Menschen in Deutschland insgesamt noch große Absicherungslücken. Nur 35 Prozent ergreifen laut der Untersuchung Eigeninitiative beim Sparen und sehen sich für das Alter gut aufgestellt. Allerdings lag dieser Wert im Vorjahr mit 30 Prozent noch niedriger. Elf Prozent davon geben an, dass sie sich bereits privat finanziell abgesichert haben; 24 Prozent sparen noch für die Rentenzeit und sehen ihre künftige Rentensituation positiv. Demgegenüber stehen 32 Prozent, die gern mehr für das Alter tun würden, es sich aber nicht leisten können.

Nachholbedarf vor allem in den neuen Bundesländern und bei Frauen

 

Besonders in den neuen Bundesländern fühlen die Menschen sich tendenziell nicht ausreichend versorgt: Hier gibt es im Vergleich zum bundesweiten Anteil von 32 Prozent einen besonders hohen Anteil unter den Befragten, die gern mehr für das Alter sparen würden, aber glauben, es sich nicht leisten zu können. So liegt er in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bei 40 Prozent, in Sachsen und Thüringen sogar bei 41 Prozent. Auch zwischen Frauen und Männern bestehen signifikante Unterschiede, wenn es um den Vorsorgebedarf geht. Während 37 Prozent der Frauen gerne mehr sparen würden, jedoch nicht können, sind es bei Männern nur 27 Prozent.


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