PKV-Beiträge steigen drastisch
Der nächste Kostenschock: Nach Angaben des PKV-Verbands steigen die Beiträge zum 1. Januar 2027 für rund 53 Prozent der Privatversicherten, im Durchschnitt voraussichtlich um 13,4 Prozent.

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Die Behandlungskosten im Gesundheitssystem erhöhen sich laufend. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Beiträge der Versicherten. Laut Verband der Privaten Krankenversicherer werden „nach aktuellem Wissensstand“ für rund 53 Prozent der Privatversicherten die Beiträge zum 1. Januar 2027 steigen. Die durchschnittliche Anpassung liegt für sie voraussichtlich bei 13,4 Prozent. Bei den Tarifen für Beihilfeberechtigte liegt der durchschnittliche Anstieg bei 11,4 Prozent, bei allen anderen Versicherten bei 15,3 Prozent. Nicht erfasst in diesen Zahlen seien Versicherte, deren Unternehmen die Beiträge später unterjährig anpassen.
Gesetzliche Regelung führt zu sprunghaftem Anstieg
Eine Beitragsanpassung darf immer nur dann erfolgen, wenn die Versicherungsleistungen in einem Tarif nachweislich um einen bestimmten Prozentsatz höher liegen als ursprünglich kalkuliert. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Abweichung von 10 Prozent. Es ist aber auch möglich, einen niedrigeren Schwellenwert vertraglich zu vereinbaren. In manchen Tarifen ist das der Fall. Ob eine entsprechende Abweichung vorliegt und eine Beitragsänderung notwendig ist, kontrolliert ein unabhängiger Treuhänder. Überschreiten die Kostensteigerungen in einem PKV-Tarif nicht die Schwellenwerte, darf es dort auch keine Beitragsanpassung geben. Das gilt auch, wenn über mehrere Jahre Steigerungen zu beobachten sind, diese aber nicht die Schwellenwerte erreichen. Durch dieses Prinzip komme es nach Angaben den PKV-Verbandes dazu, dass bisher stabile Beiträge „sprunghaft” steigen können.
Schere zwischen Systemen schließt sich
Tatsächlich ist die Optik überaus ungünstig: Denn für gesetzlich Versicherte hatte der Schätzerkreis kürzlich einen stabilen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent errechnet. Dagegen waren schon im laufenden Jahr für 60 Prozent der privat Versicherten die Beiträge im Schnitt zweistellig gestiegen. Gleichwohl, so der Verband, entwickelten sich die Beiträge in beiden Systemen ähnlich: Zwischen 2017 und 2027 sind die Beitragseinnahmen in der PKV je Versichertem um durchschnittlich 5,1 Prozent pro Jahr gestiegen. In der GKV liegt der Wert bei 5,3 Prozent. Das zeigt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Allerdings hat sich die Schere zuletzt tendenziell geschlossen.
Massive Kostensteigerung auf allen Feldern
Die PKV beobachtet – genauso wie die gesetzliche Krankenversicherung – einen dauerhaften starken Anstieg der medizinischen Leistungsausgaben, und zwar in allen Bereichen: ambulant, stationär und Zahn. Ein großer Kostentreiber ist nach wie vor der Krankenhausbereich. Für allgemeine Krankenhausleistungen musste die PKV 2025 fast 7,5 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Welche Faktoren zu den Kostensteigerungen im stationären Bereich beigetragen haben, sei im Einzelnen (noch) nicht bekannt.
Bei den ambulanten Leistungen war 2025 eine ähnliche Entwicklung zu sehen: Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um rund 8 Prozent, für Heilmittel wie Physio- oder Ergotherapie um mehr als 6,6 Prozent. Bei ambulanten Arztbehandlungen, die einen großen Anteil an den Leistungsausgaben der PKV haben, gab es einen Kostenanstieg von 6 Prozent. Das sind die Änderungswerte für die gesamte Branche gesehen; bei den einzelnen Versicherungsunternehmen und den einzelnen Tarifen können sie durchaus abweichen.
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