
Sie sind Treuhänder, Produktexperten und Ratgeber – ohne die Vermittler geht nichts in der Finanz- und Versicherungswirtschaft. Sie leben von ihren Kundenbeziehungen, kümmern sich um den persönlichen Kontakt und sorgen für das nötige Vertrauen. VP-Online stellt unabhängige Makler, Exklusiv-Vertreter und Spezialisten an dieser Stelle vor und gibt dieser wichtigen Berufsgruppe eine Stimme.
Wie war Ihr persönlicher Weg in die Versicherungsbranche und in Ihre jetzige Position?
Mein Einstieg war anfangs klassisch: Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen gemacht. Danach wollte ich meinen Blick über das Versicherungsthema hinaus erweitern und habe einen Bachelor of Science in Immobilienwirtschaft und Immobilienmanagement absolviert, insbesondere mit Blick auf Geldanlage und Vermögensaufbau. Später folgte die Spezialisierung für den öffentlichen Dienst. Heute berate ich als Finanz- und Versicherungsspezialist bei OPTINVEST vor allem Beamte sowie Ärzte, Heilberufler und Medizinstudierende – von der gesundheitlichen und beruflichen Absicherung bis hin zu Vorsorge und Vermögensaufbau.
Warum sollten Kunden ausgerechnet zu Ihnen kommen? Was ist Ihre Kernbotschaft?
Gerade bei wichtigen Absicherungsthemen macht Spezialisierung einen Unterschied. Beamte haben beispielsweise mit Beihilfe und Dienstunfähigkeit andere Anforderungen als Ärzte, bei denen unter anderem das Versorgungswerk und die Berufsunfähigkeit eine wichtige Rolle spielen. Auf diese Themen haben wir uns bei OPTINVEST spezialisiert.
Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Versicherungen zu vermitteln, sondern individuell passende Lösungen zu finden. Wir vergleichen den Markt objektiv und transparent, erklären die Möglichkeiten verständlich und sprechen auch offen darüber, wenn etwas aus unserer Sicht nicht gebraucht wird.
Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit für Ihre Arbeit?
Nachhaltigkeit hat für mich zwei Seiten. Zum einen bedeutet sie, Entscheidungen langfristig zu betrachten. Gerade bei der PKV und der Berufs- oder Dienstunfähigkeit begleiten Absicherungen Kundinnen und Kunden oft über Jahrzehnte. Ihre Qualität zeigt sich dabei häufig erst im Leistungsfall. Deshalb ist es mir wichtig, verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen und ausreichend Zeit für eine fundierte Entscheidung zu geben, damit die Absicherung auch in 20, 30 oder 40 Jahren noch passt. Zum anderen arbeiten wir bei OPTINVEST weitgehend papierlos und nutzen digitale Anträge, Unterschriften sowie Video- und Telefonberatung. So vermeiden wir unnötige Wege und gestalten unsere Beratung gleichzeitig flexibel.
Wie stark haben Sie Ihre Arbeit bisher digitalisiert?
Unsere Beratung läuft inzwischen in vielen Bereichen digital, zum Beispiel wenn wir Termine buchen, Unterlagen austauschen, Dokumente digital unterschreiben, Videogespräche führen oder einen Schaden melden. Vieles lässt sich bei uns unkompliziert online erledigen. Gerade für Ärzte mit Schichtdienst oder Beamte, die beruflich häufiger den Wohnort wechseln, ist das ein großer Vorteil. So lässt sich die Beratung flexibel in den Alltag integrieren. Wichtig ist mir trotzdem der persönliche Kontakt. Digital bedeutet für mich vor allem flexibel und unkompliziert, nicht unpersönlich.
Welche bürokratischen Rahmenbedingungen für Vermittler würden Sie gern ändern?
Ich halte Dokumentation und Regulierung grundsätzlich für wichtig, schließlich geht es um den Schutz der Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig sollte Regulierung praxisnah bleiben. Wenn Verbraucher seitenlange Unterlagen kaum noch überblicken können oder Vermittler Informationen mehrfach erfassen müssen, ist damit wenig gewonnen. Ich würde mir deshalb einfachere, digitale und besser aufeinander abgestimmte Prozesse wünschen. So bleibt mehr Zeit für das, worum es eigentlich geht, nämlich verständliche, gute und persönliche Beratung.
Was sollte sich aufseiten der Versicherungswirtschaft in der Zusammenarbeit unbedingt ändern?
In der Zusammenarbeit wünsche ich mir vor allem kurze Wege und feste, kompetente Ansprechpartner. Maklerbetreuer spielen dabei eine zentrale Rolle. Gerade bei komplexen PKV-Fällen, der Risikoprüfung oder im Leistungsfall braucht es Menschen, die fachlich weiterhelfen und schnell Lösungen finden.
Auch verlässliche Bearbeitungszeiten und digitale Prozesse sind wichtig, denn gerade bei jungen Kundinnen und Kunden können davon konkrete Entscheidungen abhängen.
Gleichzeitig sollten Versicherer Makler stärker in die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse einbeziehen. Wir sind nah an den Kunden und erleben aus der täglichen Praxis, welche Lösungen gebraucht werden und wo Abläufe noch verbessert werden können. Dieses Wissen kann helfen, Produkte und Prozesse von Anfang an kundenorientierter und praxistauglicher zu gestalten.
Was war im Beruf bisher Ihr größter Erfolg?
Einen einzelnen größten Erfolg kann ich für mich gar nicht nennen. Vielmehr sind es die tägliche Arbeit und das Feedback unserer Kundinnen und Kunden, das ich als Erfolg empfinde. Besonders freuen mich Weiterempfehlungen und Rückmeldungen, dass sich Kunden bei uns auf Augenhöhe, ehrlich und gut beraten gefühlt haben. Und wenn eine Absicherung im Ernstfall tatsächlich leistet und man merkt, dass der Kunde dadurch wirklich gut geschützt ist, zeigt sich für mich der eigentliche Wert unserer Arbeit.
Wenn wir dabei das klassische Bild vom „typischen Versicherungsmakler“ ein Stück weit widerlegen können, freut mich das umso mehr.
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