13.08.2026 Digital

KI ist bei der Maklerschaft angekommen

Versicherungsmaklerinnen und -makler sind KI-Anwendungen gegenüber aufgeschlossen und sehen in deren Nutzung Chancen für ihr Business. Das meldet das Kölner Institut Heute und Morgen auf Basis seiner aktuellen Studie „Digitalisierung & KI im Maklervertrieb“. Doch die Erhebung zeigt auch, dass in der Praxis noch viel Luft nach oben ist.

Fast acht von zehn Maklerinnen und Maklern haben mit KI-Tools bereits eigene Erfahrungen gesammelt. Auf der Wunschliste ganz oben stehen Anwendungen, die den Arbeitsalltag spürbar vereinfachen. (Foto: © Sutthiphong – stock.adobe.com)
Fast acht von zehn Maklerinnen und Maklern haben mit KI-Tools bereits eigene Erfahrungen gesammelt. Auf der Wunschliste ganz oben stehen Anwendungen, die den Arbeitsalltag spürbar vereinfachen.
(Foto: © Sutthiphong – stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz ist grundsätzlich im Maklermarkt angekommen. Doch die Nutzung von KI im Berufsalltag von Maklerinnen und Maklern befindet sich auf sehr unterschiedlichen Reifegraden. Dies belegt die aktuelle Maklerstudie „Digitalisierung & KI im Maklervertrieb: Wie Versicherer im digitalen Makleralltag relevant bleiben“, die vom Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstitut Heute und Morgen in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Institut für Transformation und Weiterbildung in der Assekuranz (ITW) durchgeführt wurde.

So gibt es neben einer relevanten Gruppe von KI-Vorreitern viele Einsteiger und eine kleinere Gruppe, die sich distanziert oder überfordert zeigt. Unterstützung beim KI-Thema wünschen sich aber fast alle befragten Makler, wobei die verschiedenen Maklertypen unterschiedliche Unterstützungsangebote benötigen, stellen die Studienmacher fest. Dies reiche von grundlegender Orientierung bis hin zu konkreter Prozess- und Systemintegration. Für die Studie wurden im April und Mai insgesamt 284 hauptberufliche Versicherungsmakler zum Stand von Digitalisierung und KI im Maklerbetrieb sowie zur wahrgenommenen Unterstützerrolle von Versicherern, Maklerpools und weiteren Anbietern befragt.

Makler sind vom Nutzen überzeugt



Mit 78 Prozent hat der Großteil der Befragten bereits eigene Erfahrungen mit KI-Anwendungen gesammelt. Sie bewerten die Technologie grundsätzlich als möglichen Erfolgsfaktor für den eigenen Maklerbetrieb: So sehen 72 Prozent in KI für ihre Tätigkeit „eher große“ oder „große“ Chancen. Gleichzeitig zeigt die Studie: Der Markt ist noch weit davon entfernt, KI flächendeckend strategisch oder tief in bestehende Arbeitsprozesse integriert einzusetzen. Immerhin nutzt ein relevanter Anteil von 40 Prozent KI bereits regelmäßig und 39 Prozent der Maklerbetriebe binden in ihre Arbeit KI-Chatbots ein.

„Makler müssen nicht erst grundsätzlich vom Nutzen von KI überzeugt werden“, sagt Axel Stempel, Geschäftsführer bei Heute und Morgen. „Entscheidend ist vielmehr, KI so in bestehende Prozesse zu integrieren, dass sie im Alltag konkret entlastend wirkt“, so Stempel. Für Versicherer und Maklerpools bedeutet das: Der Bedarf liegt weniger in allgemeinen KI-Versprechen, sondern in konkreten Anwendungen, die Beratung, Verwaltung, Schadenbearbeitung, Bestandsarbeit oder Kommunikation spürbar vereinfachen.

Weniger Reibung im digitalen Alltag erwünscht



Wer Maklern hier praxistaugliche Lösungen biete und diese gut in bestehende Systeme einbinde, könne sich früh als relevanter Partner im digitalen Makleralltag positionieren, heißt es. Dabei wünschen sich Makler von Versicherern und Maklerpools statt isolierter digitaler Einzelangebote vor allem Lösungen, die ihren Arbeitsalltag konkret erleichtern, etwa durch bessere Schnittstellen, verlässliche verfügbare Daten, transparente Bearbeitungsstände und weniger manuelle Nacharbeit. Hier haben die Maklerpools aktuell aus Sicht der Makler einen Vorsprung, fand die Studie heraus. Auf die Frage nach den führenden Anbietern bei KI-Angeboten und KI-Lösungen für Versicherungsmakler wurden mit Fonds Finanz, DEMV/PWX oder blau direkt am häufigsten Pools genannt.

Versicherer sollten ihre Position stärken



Allerdings: Bei KI-Lösungen ist der Markt noch nicht abschließend besetzt. 42 Prozent der Makler können hier noch keinen konkreten Anbieter nennen. Für Versicherer, Maklerpools und Technologieanbieter entsteht damit ein spannendes Wettbewerbsfeld. „Wenn es Pools und Verbünden gelingt, KI-Anwendungen intelligent in ihre Systemlandschaften zu integrieren und damit den Arbeitsalltag der Makler spürbar zu vereinfachen, wird sich ihr Einfluss im Maklermarkt weiter erhöhen“, sagt Prof. Dr. Florian Elert, Geschäftsführer des ITW. „Versicherer sollten deshalb prüfen, wie sie sich in diesem dynamischen Themenfeld positionieren und mit konkreten KI-gestützten Mehrwerten ihre Relevanz im Makleralltag weiter ausbauen können.“


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