Todesfall: Familie richtig absichern
Der wichtige Hinterbliebenenschutz für den Todesfall ist nicht teuer – fehlt aber in vielen Haushalten. FOCUS MONEY-Versicherungsprofi hat Risikoleben-Tarife mit Top-Ratings von Morgen & Morgen für drei Modellfälle einem Vergleich unterzogen.

(Foto: © Robert Kneschke - stock.adobe.com)
Finanzielle Risiken in der Beratung ansprechen.
Das Thema behagt den wenigsten – und wird gern verdrängt: Der plötzliche Tod des Hauptverdieners kann eine Familie in den finanziellen Ruin stürzen. Jeder sechste Mensch in Deutschland stirbt vor dem 65. Lebensjahr. Zumindest für Versorger, die das Gros zum Familieneinkommen beisteuern, ist deshalb eine Risikolebensversicherung unerlässlich. Für Vermittlerinnen und Vermittler sind Risikolebensversicherungen ein guter Beratungsansatz, denn in vielen Haushalten fehlt die wichtige Existenzsicherung der Hinterbliebenen. Sie sollten das Thema behutsam ansprechen, aber die Risiken klar benennen: Wie kann eine Familie mit Kindern in einem solchen Fall finanziell über die Runden kommen? Droht der noch nicht abbezahlten Immobilie die Zwangsversteigerung? Kann die Altersvorsorge der Hinterbliebenen noch gesichert werden?
Ausgezeichnete Tarife zu günstigen Beiträgen.
Der finanzielle Aufwand für eine Risikoleben-Police ist im Regelfall gering, wie eine Analyse von FOCUS MONEY-Versicherungsprofi anhand von drei Musterfällen zeigt. So zahlt beispielsweise eine 35-jährige Bankkauffrau für einen Todesfallschutz von 150.000 Euro über eine Laufzeit von 30 Jahren bei Top-Anbietern im Schnitt weniger als zehn Euro im Monat. Für den Vergleich wurden nur Tarife berücksichtigt, die bei Morgen & Morgen fünf Sterne („ausgezeichnet“) erzielen. Die Beitragshöhe spielte für die Rüsselsheimer Ratingexperten bei der Tarifbewertung keine Rolle. Der Preis bleibt aber eine wichtige Wettbewerbskomponente. Deshalb haben wir die Angebote in den Tabellen nach Beitragshöhe gerankt.
Große Fortschritte bei der Nachversicherung.
Gut zu wissen: Risikolebensversicherungen lassen sich aktuell oft zu besseren Konditionen abschließen als in der Vergangenheit. „Durch den neuen Höchstrechnungszins haben die Versicherer mehr Spielraum in der Kalkulation“, sagt Morgen & Morgen-Analyst Nima Shahriari. „Sie können die wichtige Absicherung für die Familie seit 2025 günstiger anbieten.“
Der Markt für Risikolebensversicherungen ist sehr gut aufgestellt. Inhaltlich haben sich die Vertragsbedingungen in den vergangenen Jahren zwar nur wenig verändert. Die Risikotarife bewegen sich aber auf einem stabil hohen Niveau, so die Einschätzung von Morgen & Morgen. Die Fachleute analysieren die Tarife auf Basis von 19 Fragen. „Der größte Fortschritt zeigt sich beim Thema Nachversicherung“, sagt Shahriari. „Immer mehr Versicherer erlauben es, die Versicherungssumme später zu erhöhen, zum Beispiel bei Familienzuwachs, Hauskauf oder beruflichen Veränderungen – und das ohne erneute Gesundheitsprüfung.“
Bei der Versicherungssumme ans Eigenheim denken.
Der Beitrag einer Risikoleben hängt zunächst von der gewählten Versicherungssumme und der Vertragslaufzeit ab. Wer noch kleine Kinder hat, sollte bei der Versicherungssumme das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens ansetzen. Muss eine Immobilie abbezahlt werden, sollte die Summe um 100.000 Euro oder mehr steigen. Davon sind aber viele Bestandsverträge meilenwert entfernt: Die durchschnittliche Versicherungssumme einer Risikolebensversicherung beträgt rund 80.000 Euro. Werden monatlich vom diesem Kapital 1500 Euro entnommen, ist es bei einem Zinssatz von drei Prozent und nach Abzug der Kapitalertragssteuer nach weniger als fünf Jahren aufgezehrt. Bei 200.000 Euro Kapital würde das Geld immerhin knapp 13 Jahre lang reichen.
Laufzeit nicht zu knapp bemessen.
Versicherungssumme und Nachversicherungsgarantie sind das eine, die Wahl der richtigen Laufzeit einer Risikoleben-Police das andere: Ist sie zu kurz, dann endet der Vertrag womöglich, wenn die Kinder noch zur Schule gehen oder der Kredit nicht abbezahlt ist. Ein Neuvertrag ist zwar möglich, aber aufgrund des dann höheren Eintrittsalters und eventueller gesundheitlicher Beeinträchtigungen auch teurer.
Fehler können auch bei den vorvertraglichen Anzeigepflichten gemacht werden. Wer sich bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen unsicher ist, sollte ärztlichen Rat einholen. Es hilft den Angehörigen nichts, wenn die Versicherungsleistung versagt wird, weil man es mit den Gesundheitsfragen nicht so genau genommen hat. Nach Vertragsabschluss auftretende gesundheitliche Beeinträchtigungen müssen nicht nachgemeldet werden. Das ist beim Thema Rauchen anders: Wer erstmalig oder wieder regelmäßig Tabak konsumiert, muss das seinem Lebensversicherer mitteilen. Der wird den Vertrag dann auf einen spürbar teureren Rauchertarif umstellen.
Erbschaftssteuer umgehen: Absicherung über Kreuz.
Eltern sollten sich gegenseitig mit separaten Verträgen absichern – denn damit ist auch für eine langjährige Kinder- und Haushaltsbetreuung finanziell vorgesorgt, falls der Partner stirbt, der hauptsächlich für die Care-Arbeit zuständig ist. Die Auszahlung aus einer Risikopolice ist zwar einkommensteuerfrei, aber es kann Erbschaftsteuer anfallen. Um dies zu vermeiden, gibt es einen Trick: die Risikolebensversicherung über Kreuz. Dabei wird jeweils der Partner im Vertrag des anderen als versicherte Person eingetragen. So wird, wenn ein Partner verstirbt, die Versicherungssumme aus dem Vertrag der hinterbliebenen Personausgezahlt. Wichtig ist zudem, dass der Versicherungsnehmer auch die Beiträge selbst zahlt.
Finanzkraft sorgt für stabile Beiträge.
Morgen & Morgen analysiert seit vielen Jahren den Markt für Risikolebensversicherungen. Die Rüsselsheimer Experten bewerten nur die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführten Leistungen, da nur hierauf ein Rechtsanspruch besteht. Das Rating Risikoleben ist tarif- und nicht gesellschaftsbezogen. Maklerinnen und Makler sollten aber immer auch die finanzielle Stabilität und Leistungskraft eines Versicherers im Blick behalten. Werden nicht ausreichend hohe laufende Überschüsse erwirtschaftet, drohen Beitragserhöhungen.
Augen auf beim Maximalbeitrag.
Der in den Tabellen der drei Modellfälle genannte jährliche Zahlbetrag ist der sogenannte Nettobeitrag, der bei Vertragsabschluss erhoben wird. Außerdem haben wir den Bruttobeitrag aufgeführt. Das ist der jährliche Maximalbeitrag, den Versicherte für ihre Risikoabsicherung in Zukunft bezahlen müssen, wenn es schlecht läuft. Die möglichen Beitragserhöhungen sind zum Teil erheblich und betragen bei den aufgeführten Tarifen in der Spitze über 150 Prozent des Nettobeitrags.Lediglich bei der DELA wissen die Kundinnen und Kunden von Anfang an, woran sie sind: Netto- und Bruttobeiträge sind in allen drei Modellfällen identisch.Hinzu kommt, dass der Spezialversicherer aus Düsseldorf mit niederländischer Mutter auf Basis des jährlichen Maximalbeitrags auch die günstigsten Angebote macht.
Allerdings gehört die DELA nicht zu den Netto-Preisführern. Beim jährlichen Zahlbetrag glänzen im Fall des Kfz-Mechatronikers Ideal, DLVAG und HUK24. Bei der Bankkauffrau sind ERGO, HUK24 und Europa, beim Maschinenbauingenieur HUK24, ERGO und CosmosDirekt die preisgünstigsten Anbieter.
Die besten Risikolebensversicherungen
100 Prozent körperlich tätig: Der Versicherungsnehmer ist 30 Jahre alt und Nichtraucher seit mindestens zehn Jahren. Er arbeitet als Kfz-Mechatroniker, ist Motorradfahrer und schließt eine Versicherungssumme über 100.000 Euro ab. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre. Alle Tarife müssen im Morgen & Morgen-Rating Risikoleben fünf Sterne haben. Das Ranking erfolgte nach dem jährlichen Zahlbeitrag. Pro Anbieter wurde nur ein Tarif berücksichtigt, was für alle Beispielfälle gilt.
100 Prozent Bürotätigkeit: Die Versicherungsnehmerin ist 35 Jahre alt und Nichtraucherin seit mindestens zehn Jahren. Sie arbeitet als Bankkauffrau ohne Personalverantwortung und schließt eine Versicherungssumme über 150.000 Euro ab. Die Laufzeit beträgt 25 Jahre.
70 Prozent Bürotätigkeit: Der Versicherungsnehmer ist 45 Jahre alt und Nichtraucher seit mindestens zehn Jahren. Er arbeitet als Maschinenbauingenieur mit Personalverantwortung für zehn Mitarbeiter und schließt eine Versicherungssumme über 200.000 Euro ab. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre.
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