18.09.2025 Branche

GDV: weniger gestohlene Autos

Gut 14.000 Autodiebstähle, rund 290 Millionen Euro Schaden: Die Bilanz des Versichererverbands dokumentiert eine stabile Lage auf hohem Niveau.

Die Zahl der Autodiebstähle sinkt, die Schadensumme, die von den Versicherern gezahlt wird, steigt. (Foto: Florian Pircher/Pixabay)
Die Zahl der Autodiebstähle sinkt, die Schadensumme, die von den Versicherern gezahlt wird, steigt.
(Foto: Florian Pircher/Pixabay)

Autodiebe haben im vergangenen Jahr 14.162 kaskoversicherte Pkw gestohlen und damit erneut hohe wirtschaftliche Schäden verursacht. „2024 haben die Kfz-Versicherer ihre Kunden mit rund 293 Millionen Euro entschädigt“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Diebstähle um 2,9 Prozent (2023: 14.585), die Schadensumme (2023: 312 Millionen Euro) nahm sogar um 6,1 Prozent. Doch nach den Niedrigständen während der Corona-Pandemie bleibe das Niveau hoch. Bereits das zweite Jahr in Folge wurden wieder mehr als 14.000 Fahrzeuge gestohlen. „Durchschnittlich haben die Kfz-Versicherer jeden Tag fast 40 Diebstähle reguliert und dafür täglich mehr als 800.000 Euro gezahlt“, so Asmussen.

Toyota im Visier der Autodiebe

 

Besonders im Fokus der Diebe sind hochwertige SUVs und Modelle der oberen Mittelklasse und der Oberklasse. Die Folge: Ein Diebstahl kostete die Versicherer im Schnitt rund 20.700 Euro. „Insgesamt sehen wir einen klaren Trend: Während die Zahl der Diebstähle langfristig zurückgeht – abgesehen von der Sondersituation während der Corona-Pandemie – steigen die Schäden pro Fahrzeug deutlich an“, sagt Asmussen. „2014 betrugen die durchschnittlichen Kosten pro Diebstahl noch rund 14.500 Euro, gleichzeitig wurden fast 18.000 Autos gestohlen.“ Derzeit stehen insbesondere Modelle von Toyota hoch im Kurs. Auf der Liste der zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen ist der japanische Hersteller mit vier Modellen vertreten. Wie bereits 2023 bilden gleich drei Toyota-Modelle die Spitze: Toyota Land Cruiser und Varianten des Lexus NX und Lexus UX. Besonders teuer waren Diebstähle von Porsche 911-Modellen, die im Durchschnitt jeweils mehr als 100.000 Euro kosteten.

Höchstes Risiko in Berlin, Anstieg in Baden-Württemberg



Im Vergleich der Bundesländer und Großstädte haben Berliner Autobesitzer weiterhin das mit Abstand höchste Diebstahlrisiko. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden dort 3.855 kaskoversicherte Pkw gestohlen. „Berlin ist und bleibt die Hauptstadt der Autodiebe, hier findet mehr als jeder vierte Diebstahl bundesweit statt“, sagt Asmussen. Im Süden Deutschlands bleibt die Diebstahlgefahr deutlich geringer. „Allerdings stiegen auch im vergleichsweisen sicheren Baden-Württemberg die Fallzahlen um rund elf Prozent auf insgesamt 635 Autos an“, so Asmussen.

Wenn ein Fahrzeug gestohlen wurde, ersetzt die Teilkaskoversicherung den entstandenen Schaden. Auch Vollkaskoversicherte sind automatisch abgesichert, da die Teilkasko in der Vollkasko enthalten ist. Der Schadenfreiheitsrabatt bleibt davon unberührt - darauf hat ein solcher Diebstahl keinen Einfluss. Nicht in den GDV-Zahlen erfasst sind (häufig ältere) Kfz ohne Kaskoschutz.


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