20.01.2026 Sparten/Produkte

Unfallversicherung: Skifahrer auf Kollisionskurs

Nicht so häufig, dafür aber teuer: Skiunfälle verursachen rund 280 Millionen Euro Schadenaufwand für die private Unfallversicherung. Vermittler sollten ihren Wintersport-affinen Kundinnen und Kunden die Risiken aufzeigen – das gilt insbesondere für das Pistenvergnügen im Ausland. Welche Policen sinnvoll sind.

Wer nach einem Skiunfall Hilfe benötigt, trägt ein erhebliches Kostenrisiko. Besonders teuer ist der Abtransport per Hubschrauber. Gesetzlich Versicherte sollten deshalb eine leistungsstarke Auslandsreisekrankenversicherung abschießen. Die setzt für den Helikopter-Transport niedrigere Hürden und übernimmt die Kosten auch bei medizinisch sinnvollen Fällen. (Foto: Martin Büdenbender/Pixabay)
Wer nach einem Skiunfall Hilfe benötigt, trägt ein erhebliches Kostenrisiko. Besonders teuer ist der Abtransport per Hubschrauber. Gesetzlich Versicherte sollten deshalb eine leistungsstarke Auslandsreisekrankenversicherung abschießen. Die setzt für den Helikopter-Transport niedrigere Hürden und übernimmt die Kosten auch bei medizinisch sinnvollen Fällen.
(Foto: Martin Büdenbender/Pixabay)

Skiunfälle spielen in der privaten Unfallversicherung zahlenmäßig nur eine Nebenrolle, verursachen jedoch überdurchschnittlich hohe Kosten. Nach Berechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) summierte sich der Schadenaufwand zwischen 2019 und 2023 auf rund 280 Millionen Euro. Zwar entfallen lediglich 2,6 Prozent aller gemeldeten Unfallschäden auf Skiunfälle, doch die durchschnittlichen Kosten pro Fall lagen zuletzt bei 7907 Euro – rund 400 Euro mehr als noch vor fünf Jahren.
„Gerade im Ausland können schnell zusätzliche Belastungen dazukommen, etwa durch hohe Behandlungskosten oder aufwendige Bergungseinsätze per Hubschrauber“, warnt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Damit rückt der Wintersport zunehmend auch aus Versicherungssicht in den Fokus.

Kollisionen auf Rekordniveau

 

Die aktuelle ASU-Unfallanalyse für die Saison 2024/25 zeigt einen neuen Höchststand bei Zusammenstößen auf der Piste. Demnach ereigneten sich 1,90 Kollisionen je 1000 Skifahrende – so viele wie seit Beginn der systematischen Erfassung im Winter 1979/80 nicht mehr. Gegenüber der Vorsaison nahmen die Unfallzahlen insgesamt zu. Hochgerechnet mussten zwischen 51.000 und 53.000 Skifahrerinnen und Skifahrer ärztlich behandelt werden.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

 

Auffällig sind geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Verletzungen: Bei Frauen ist mit knapp 40 Prozent das Knie die am häufigsten betroffene Körperregion, bei Männern liegt die Schulter mit 23 Prozent an der Spitze. Auch die Zahl der stationären Behandlungen stieg deutlich an. 2,03 von 1000 Skifahrenden mussten ins Krankenhaus – nach 1,73 im Vorjahr. In absoluten Zahlen entspricht das rund 8400 bis 8600 stationären Fällen. Die Erhebung basiert auf der ASU-Unfallanalyse der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG, die jährlich Unfall- und Verletzungsdaten im alpinen Skisport auswertet.

Ausland birgt besondere Kostenrisiken

 

Besonders teuer können Skiunfälle im Ausland werden. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet Behandlungen häufig nur in Höhe der deutschen Sätze. In der Schweiz oder außerhalb der EU bleiben Mehrkosten daher oft an den Versicherten hängen. Hinzu kommen Rettungs- und Bergungseinsätze: Ein Hubschrauberflug kann schnell fünfstellige Beträge erreichen und wird nur bei medizinischer Notwendigkeit übernommen – also, wenn die Behandlung im Ausland unzureichend ist.

Zusatzversicherung übernimmt Kosten

 

Abhilfe schafft eine leistungsstarke Auslandsreisekrankenversicherung, die nicht nur Behandlungskosten, sondern im Idealfall auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport (schnellere oder bessere Heilung in der Heimat) nach Deutschland übernimmt. Ergänzend kann eine private Unfallversicherung – abhängig vom Tarif – Bergungs- und Rückholkosten abdecken sowie mit Kapital- oder Rentenleistungen die finanziellen Folgen schwerer Unfälle abfedern. Vermittler sollten dabei besonders auf eine ausreichende Absicherung aller mitreisenden Familienmitglieder achten.

Prävention und Beratung werden wichtiger

 

Neben dem Versicherungsschutz bleibt Prävention zentral. Angepasstes Tempo, ausreichender Sicherheitsabstand und das Tragen von Schutzausrüstung senken das Risiko erheblich. Helme schützen vor schweren Kopfverletzungen, Rückenprotektoren vor Wirbelsäulenschäden. Auch eine gute körperliche Vorbereitung und Aufwärmübungen vor der ersten Abfahrt können Muskel- und Bänderverletzungen vorbeugen.

Fazit für Verbraucher und Versicherungsprofis

 

Ein Blick in die Policen vor Reiseantritt hilft, Deckungslücken zu vermeiden. Skiunfälle sind für Versicherer zwar ein vergleichsweise seltenes, aber kostenintensives Risiko. Gerade bei Winterurlauben im Ausland empfiehlt sich daher eine abgestimmte Kombination aus privater Unfall-, Auslandsreise- und Haftpflichtversicherung. Die zuletzt gestiegenen Unfallzahlen unterstreichen, wie wichtig sowohl Prävention als auch fundierte Beratung sind.


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