Universa knackt Milliarde
Der Nürnberger Versicherer legt zum sechsten Mal in Folge in allen Sparten zu und überspringt bei den Beitragseinnahmen die Marke von einer Milliarde Euro.

Die Universa Versicherungsunternehmen haben im Geschäftsjahr 2025 nach vorläufigen Zahlen ihre gebuchten Bruttobeiträge um 8,2 Prozent (Markt: 6,6 Prozent) auf 1,023 Milliarden Euro gesteigert. „Erstmals konnten wir damit die Milliardengrenze überschreiten und zum sechsten Mal in Folge in allen drei Unternehmen zulegen“, sagte Vorstandssprecher Frank Sievert. Aus den Kapitalanlagen wurde das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Es wuchs um 6,4 Prozent auf 231,6 Millionen Euro. Die gesamten Leistungen – Bruttoaufwand für Versicherungsfälle sowie Zuführung zu versicherungstechnischen Rückstellungen – stiegen um 5,5 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern sank um knapp drei Prozent auf 116,2 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 88,9 Millionen Euro. Davon führte der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit der Rückstellung für Beitragsrückerstattung, die den versicherten Mitgliedern zugutekommt, 82,9 Millionen Euro zu. Das Eigenkapital wurde um 1,0 Prozent auf 370,0 Millionen Euro gestärkt. Die Kapitalanlagen stiegen um etwa 4,45 Prozent auf 8,465 Milliarden Euro.
Wachstum in allen drei Sparten
Die älteste private Krankenversicherung Deutschlands, deren Ursprünge ins Jahr 1843 zurückreichen, verzeichnete im vergangenen Jahr ein überdurchschnittliches Wachstum. Die Bruttobeiträge stiegen um 9,5 Prozent (Markt: 7,3 Prozent) auf 832,5 Millionen Euro. Die Zahl der vollversicherten Personen wuchs um 3,5 Prozent (Markt: 0,5 Prozent) auf mehr als 141.000 an. „Haupttreiber war unser Erfolgsprodukt uni-Top|Privat, das im Markt hervorragend angenommen wird“, so Sievert. In der Zahnzusatzversicherung soll ein im Februar neu eingeführter Tarif mit drei Leistungsstufen für zusätzliche Wachstumsimpulse sorgen.
Die gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensversicherung stiegen um 1,9 Prozent auf 158,1 Millionen Euro. Während die laufenden Beiträge nahezu konstant blieben, wuchs das Geschäft mit Einmalbeiträgen um 19,9 Prozent (Markt: 16,9 Prozent) überdurchschnittlich. „Das positive Neugeschäft, insbesondere in der fondsgebundenen Renten- und neuen Berufsunfähigkeitsversicherung, führte erfreulicherweise auch zu einem Anstieg der Versicherungssummen im Bestand um 3,8 Prozent“, erklärte der Vorstandssprecher hinzu.
Weiter auf Wachstumskurs ist die Allgemeine Versicherung. Der Geschäftszweig Schaden- und Unfallversicherung feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Jubiläum. Die gebuchten Bruttobeiträge konnten um 7,6 Prozent auf 32,4 Millionen Euro gesteigert werden. Zugpferde im Neugeschäft waren die Kfz-Versicherung und die neu eingeführte Wohngebäudeversicherung. Mit einem Beitragsanteil von rund je einem Drittel sind die Unfall- und die Kfz-Versicherung die dominierenden Sparten. Die Brutto-Schadenkostenquote betrug 81,3 Prozent (Markt: 91,0 Prozent). Die Eigenkapitalquote konnte auf 279,3 Prozent (Vorjahr: 275,7 Prozent) gesteigert werden.
Gut ins Jahr 2026 gestartet
Auch der Jahresbeginn 2026 verlief für die Universa Erfolg versprechend. Das Neugeschäft in den ersten beiden Monaten konnte im Vergleich zum Rekordvorjahr erneut um rund 21 Prozent gesteigert werden. „Der Wettbewerb um zufriedene Kunden erfordert allerdings weiter eine ständige Bereitschaft zum Wandel“, sagte Sievert. Die digitale Transformation, eine konsequente Prozessorientierung sowie Vertriebs- und Kundenzentrierung bleiben wichtige Daueraufgaben, um den Erfolgskurs fortzusetzen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) wird intern an verschiedenen Stellen vorangetrieben, um die Effizienz und Geschwindigkeit zu steigern und damit den Service zu verbessern.
Die Weichen für den Unternehmenssitz hat die Universa bereits gestellt und ein Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Nürnberg abgegeben. Bis zum zweiten Halbjahr 2030 soll am Kohlenhof in Nürnberg ein neuer Gebäudekomplex entstehen. „Dieser wird unsere Attraktivität als Arbeitgebermarke und moderner Ausbildungsbetrieb am Standort weiter erhöhen“, glaubt der Vorstandssprecher. Im Innendienst waren zum Jahreswechsel 840 Mitarbeitende beschäftigt, davon 774 in der Zentrale. Außerdem befanden sich 58 Nachwuchskräfte in Ausbildung oder einem dualen Studium. Die Zahl der Außendienst- und Vertriebspartner stieg bundesweit geringfügig auf 6368.
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